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Gravel-Abenteuer Bike-Fitting: Wie ein paar Millimeter meinen Rücken, meine Hand und mein Knie entspannen
23. Januar 2026

Bike-Fitting: Wie ein paar Millimeter meinen Rücken, meine Hand und mein Knie entspannen

Wir Velofahrer:innen reden gern über schönes Material: leichte Rahmen, clevere Schaltungen, die richtige Reifenbreite und all die technischen Details, die ein Velo ausmachen. Was im Gespräch oft weniger Platz bekommt, ist eine scheinbar einfache Frage: Wie sitze ich eigentlich auf dem Velo?

Seit gut einem Monat bin ich jetzt mit meinem neuen Gravelbike unterwegs. Die Freude ist gross – aber ziemlich schnell hat mir mein Körper signalisiert, dass noch nicht alles perfekt ist. Auf längeren Fahrten ist mir aufgefallen, dass meine rechte Hand immer wieder einschläft. Anfangs nur ein leichtes Kribbeln, später so, dass ich bewusst die Position wechseln musste, um wieder Gefühl in den Fingern zu bekommen. Dazu kam mein rechtes Knie: Vor allem, wenn ich am Hoger richtig Druck aufs Pedal geben wollte, hat es gestochen – genau in dem Moment, wo ich Kraft übertragen will. Das sind so die Situationen, in denen man merkt: Da stimmt noch etwas nicht.

Mein Bandscheibenvorfall – „vor zwei Jahren“… oder doch schon länger her?

Ganz überraschend kamen diese Signale nicht. Mit 26 hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Wenn ich davon erzähle, sage ich gern: „Ja, das ist so etwa vor zwei Jahren gewesen.“ Die ehrliche Version wäre: Es sind eher neun. Aber „zwei Jahre“ klingt in meinem Kopf einfach sympathischer. 😄

Damals habe ich ziemlich deutlich gelernt, dass Rücken, Haltung und vernünftige Belastung nichts sind, die man ignorieren sollte. Seither achte ich im Alltag viel stärker darauf, wie ich sitze, wie ich Dinge hebe und wie lange ich in einer Position bleibe. Und natürlich spielt auch die Haltung auf dem Velo eine grosse Rolle – gerade jetzt, wo ich mit dem Gravel bewusst wieder mehr aus eigener Kraft unterwegs bin.

Wenn die rechte Hand und das rechte Knie „Hallo“ sagen

Die Kombination aus einschlafender rechter Hand und stechendem rechten Knie war für mich das Zeichen, genauer hinzuschauen. Man könnte sagen: „Der Körper gewöhnt sich schon“, aber mit meiner Rücken-Historie weiss ich, dass Wegschauen selten die beste Lösung ist.

Also war für mich klar: Wenn ich mit dem Gravel wirklich langfristig Spass haben will, braucht es mehr als nur das richtige Bike – es braucht auch die richtige Position darauf. Zeit für ein Bike-Fitting.

Was beim Bike-Fitting wirklich passiert

Bike-Fitting klingt für viele nach etwas, das nur Profis nötig haben. In der Praxis ist es aber vor allem eine Mischung aus Erfahrung, Messung und einem ehrlichen Gespräch.

Zuerst geht es nämlich weniger um das Velo, sondern um den Menschen. Wie bin ich gebaut? Wie beweglich bin ich? Was will ich mit dem Velo machen – Alltag, Sport, Touren, alles zusammen? Und dann: Wie sitze ich aktuell auf dem Bike? Wo geht mein Gewicht hin? Wie bewegen sich Knie, Hüfte und Oberkörper beim Treten?

Auf dieser Basis werden nach und nach die Stellschrauben gedreht: Die Sattelhöhe wird angepasst, der Sattel nach vorne oder hinten geschoben und in der Neigung verändert, der Lenker so eingestellt, dass Reichweite und Höhe zu meinem Oberkörper passen. Wenn ich mit Klickpedalen unterwegs bin, kommen später auch die Cleats dazu.

Von aussen sieht das fast unspektakulär aus. Oft sprechen wir von ein paar Millimetern oder kleinen Winkeländerungen. Aber genau diese Kleinigkeiten entscheiden darüber, ob ich verkrampft fahre, meine Hände zu viel Gewicht tragen, mein Knie in einer unglücklichen Bahn arbeitet – oder ob sich alles „rund“ anfühlt.

Einlagen, Sattel, Feinschliff – was sich bei mir verändert hat

Bei meinem Fitting haben wir einiges ausprobiert. Unter anderem haben wir auch mit Schuheinlagen experimentiert, um zu schauen, ob sich dadurch die Haltung nochmals verbessern lässt. Spannend: Auf dem Papier macht das oft Sinn, in meinem Fall hat es aber keinen spürbaren Unterschied gebracht. Mit Einlagen hat sich nichts wirklich verbessert – also sind wir wieder zurück zur Variante ohne Einlagen. Manchmal ist „so wie es war“ schlicht gut genug.

Deutlich mehr gebracht hat der Schritt zum neuen Sattel. Wir haben einen Sattel von SQlab montiert, der ergonomisch besser zu meinem Becken und meiner Sitzposition passt. Und das hat man sofort gemerkt: Ich sitze damit spürbar bequemer, verteile den Druck besser und mein Rücken fühlt sich wohler. Gerade auf längeren Gravel-Runden ist das Gold wert – oder besser gesagt: Kilometer wert.

Cleats, Rollentrainer und die Gravel-Bubble

Ein weiterer Punkt kam von Elsi – sie hat mich motiviert, noch einen Schritt weiterzugehen und Cleats an meinen Schuhen von Fizik zu montieren. Also: Klickpedale. Für viele ein natürlicher Schritt, für mich ein weiterer „Okay, jetzt wird’s ernst“-Moment.

Ich habe zuerst zu Hause auf der Rolle damit geübt. Einsteigen, ausklicken, wieder einsteigen, wieder ausklicken. Am Anfang fühlt sich das alles noch ungewohnt an, aber es wird mit jeder Einheit besser. Parallel dazu bin ich – seit dem Start meines Gravel-Projekts – sowieso komplett in der Gravel-Bubble auf Social Media gelandet. Mein Feed ist voll mit Gravel-Kolleginnen und Kollegen, Touren, Setups und natürlich auch mit einem eigenen Genre: Reels von Leuten, die das erste Mal mit Klickpedalen unterwegs sind und beim Anhalten einfach umfallen.

Die Botschaft dieser Clips ist meistens: „Das gehört halt dazu.“
Ganz ehrlich: Besonders einladend wirkt das nicht – aber auch irgendwie beruhigend. Man ist nicht allein mit dieser Lernkurve.

Nachdem es auf der Rolle gut geklappt hat, habe ich mich dann auch auf die Strasse getraut. Mit einem gewissen Respekt vor dem ersten „Umfaller-Moment“, aber auch mit dem Wissen, dass die Kontrolle über den Tritt mit Cleats im richtigen Setup noch besser wird. Und bis jetzt – auf Holz klopfen – bin ich zum Glück noch nicht umgefallen.

Was sich seit dem Fitting verändert hat

Heute fühlt sich meine Position auf dem Gravel deutlich stimmiger an als noch im ersten Monat. Die rechte Hand meldet sich viel seltener, das Knie ist ruhiger geworden, besonders wenn ich bergauf Druck mache. Der SQlab-Sattel gibt mir ein stabileres und angenehmeres Sitzgefühl, der Rücken dankt es mir, und mit den Cleats habe ich das Gefühl, die Kraft sauberer aufs Pedal zu bringen.

Es ist nicht so, dass jetzt alles „perfekt“ ist und nie mehr etwas zwickt – aber die Basis stimmt. Ich habe nicht mehr das Gefühl, gegen meinen eigenen Körper zu arbeiten, sondern gemeinsam mit ihm unterwegs zu sein.

Mein Fazit: Kleine Anpassungen, grosse Wirkung

Für mich war das Bike-Fitting kein Luxus, sondern eine sehr sinnvolle Investition in meine Gesundheit und in den Spass am Velofahren. Mit einem Bandscheibenvorfall in der Vergangenheit, einer eingeschlafenen rechten Hand und einem zickigen rechten Knie war klar: Da darf ich nicht einfach hoffen, dass es von selbst besser wird.

Stattdessen haben wir systematisch geschaut:

  • Was kann ich an meiner Position verbessern?
  • Welcher Sattel passt wirklich zu mir?
  • Brauche ich Einlagen – oder eben nicht?
  • Und wie kann ich mit Cleats und einem sauberen Tritt noch runder fahren?

Das Ergebnis: Mehr Komfort, weniger Beschwerden, mehr Freude.
Wenn du beim Fahren regelmässig Schmerzen hast oder dich nach jeder Tour eher „verbraucht“ als glücklich fühlst, lohnt es sich, deine Sitzposition ernsthaft anzuschauen – und dir Hilfe zu holen. Wenn du magst, unterstützen wir dich bei TS‑Velos gern mit einem Bike-Fitting. Dein Rücken, deine Hände, deine Knie und wahrscheinlich auch deine Laune werden es dir danken. Und dein Gravel-Abenteuer macht gleich nochmal mehr Spass.

Lust auf ein Bike-Fitting bei TS-Velos?

Wenn dir beim Fahren Hände, Knie oder Rücken immer wieder „Hallo“ sagen, lohnt sich ein professionelles Fitting fast immer.

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